Weiterbildungsreihe ACTAL: Modul 3 – Es reicht! – ¡Basta ya! Widerstandsbewegungen aus Lateinamerika und ihre Vorbildrolle für Europa

Weiterbildungsreihe in vier Modulen von März bis Juni 2020

Modul 3: Es reicht! – ¡Basta ya! Widerstandsbewegungen aus Lateinamerika und ihre Vorbildrolle für Europa

Freitag, 15.05. – Samstag 16.05.2020

Zapatistas in Mexiko

Seit Lateinamerika vor 500 Jahren unter europäische Herrschaft kam und damit in einen langen Globalisierungsprozess eintrat, haben sich dort besondere Verhältnisse zwischen Menschen, Staat und Wirtschaft entwickelt. Zusätzlich zu feudaler und kapitalistischer Ausbeutung wurden die lateinamerikanischen Gesellschaften durch Kolonialismus und Rassismus geprägt. Im Verlauf dieser Geschichte schufen Indigene, Bäuerinnen und Bauern und Arbeiter_innen verschiedene Formen des Widerstands gegenüber Ausbeutung und Elitenherrschaft. Manche davon – etwa die „Andere Welt“ von Porto Alegre oder die zapatistische Bewegung – haben auch in Europa Schule gemacht. Das Modul führt in die Geschichte von Protest-, Autonomie-, Aufstands-, Guerillabewegungen ein und zeigt ihre Bedeutung in der Gegenwart. Sein Schwerpunkt liegt auf Austausch- und Lernprozessen zwischen Lateinamerika und Europa.

Inhalte und Methodik
In einer Mischung aus Vortrag und Gruppenarbeit sowie anhand von verschiedenen Medien und Diskussionen mit Expert_innen und Aktivist_innen werden die Leitthemen anhand von Beispielen behandelt, z.B.:

  • Landarbeiter_innen-Organisationen und Landbesetzungen in Brasilien
  • Zapatistische Autonomie und indigener Widerstand in Mexiko
  • Systematische Opposition gegen die linke Regierung in Venezuela
  • Piqueter@s in Argentinien
  • Transnationaler Widerstand gegen die Freihandelsabkommen in Zentralamerika

Lernziele

  • Kennenlernen lateinamerikanischer Widerstandsbewegungen: Wogegen kämpfen sie und wie haben sie sich entwickelt?
  • Vergleiche mit – ähnlichen? – europäischen Prozessen
  • Analyse von Transfers politischer Praktiken zwischen Lateinamerika und Europa

Gast am Kamin / Stadtführung / Exkursion
Carlos Toledo / Eva Dertschei: Erarbeitung eines fiktiven Forderungskatalogs und Protest-Workshop

Koordinator:
Dr. Berthold Molden lehrt Globalgeschichte an der Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt sind die Beziehungen zwischen Lateinamerika, den USA und Europa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Molden hat u.a. an der Sorbonne, der University of Chicago und den Universitäten von Toulouse und New Orleans gelehrt. Seit Oktober 2017 ist er Vorstandsmitglied des LAI.

facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/418737425640986/

ACTAL - Lateinamerika Actual

Lateinamerika ist eine lebendige Region in ständigem Wandel, deren Vielfalt sich durch alle Lebensbereiche zieht. Starke Gegensätze wie Zerstörung und Nachhaltigkeit, Frieden und Gewalt sowie Überfluss und Mangel kennzeichnen sie. Während viele Bewegungen darauf abzielen, diese Lücken zu schließen, verstärken andere die Tendenzen in Richtung weiterer Fragmentierung. In einer globalisierten Welt lassen sich die Zusammenhänge dieser aktuellen Dynamiken auch in lokalen Transformationsprozessen im alltäglichen Leben finden.

Die Weiterbildungsreihe „Lateinamerika Actual – kurz ACTAL“, setzt sich zum Ziel, das Verständnis und das Engagement für alternative Lebensformen zu fördern. Tiefgehende Analysen und partizipative Methoden sollen jene Facetten widerspiegeln, welche die Faszination für diese Region ausmachen. Wichtige Daten und Fakten sowie aktuelle Themen werden aus einer Perspektive von Inklusion und Diversität erforscht und diskutiert. Basierend auf einer Ethik des interkulturellen Respektes, schafft die Weiterbildungsreihe Bewusstsein über das unglaubliche Potenzial Lateinamerikas.

ACTAL richtet sich an Studierende, Berufstätige und an Lateinamerika interessierte Menschen, die den Blick auf Lateinamerika schärfen wollen – sei es im Zuge von Projekten und Initiativen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit oder einfach aus Wissenslust. Die Weiterbildungsreihe richtet sich ebenso an Menschen, die in ihrem beruflichen und persönlichen Leben mit Lateinamerikaner_innen zu tun haben und deren vielfältigen Hintergrund kennenlernen möchten. ACTAL heißt alle Personen willkommen, die ihren Horizont für diesen faszinierenden Lebensraum erweitern und ihr Wissen vertiefen möchten.

Förderungen:
Das Österreichische Lateinamerika-Institut wurde im Mai 2017 von CERT NÖ (Donau-Universität Krems) re-zertifiziert. Wir sind anerkannter Bildungsträger des WAFF (Wiener Arbeitnehmer_innen Förderungsfonds) und erfüllen die Voraussetzungen für die Vergabe der NÖ Bildungsförderung.

 

Termine

Vier Module, jeweils am Freitag von 14:00 bis 18:00 Uhr mit einer Abendeinheit von 19:00 bis 21:00 Uhr und samstags von 9:00 bis 17:00 Uhr.
Die einzelnen Module sind thematisch und methodisch in sich abgeschlossen, aber miteinander verwoben. Alle Module können einzeln oder als gesamte Reihe gebucht werden. Die einzelnen Module werden mit einer Teilnahmebestätigung abgeschlossen, die gesamte Reihe mit einem Diplom.

Veranstaltungsort:

ÖFSE - Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
Alois Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien

Anmeldung:

Melden Sie sich einfach unter https://lai.at/bildung/weiterbildungsreihe-actal/anmeldung-actal an. Alle Module können einzeln oder als gesamte Reihe gebucht werden.

Modul 4: Natur und Lebensräume in Lateinamerika

Freitag, 26.06. – Samstag 27.06.2020

Die Natur in Lateinamerika ist gekennzeichnet durch eine große Vielfalt und außerordentliche Schönheit. Allerdings kann die Natur nicht getrennt von der Gesellschaft betrachtet werden. Die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dabei spielen soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte (wie Globalisierung, Neo-Extraktivismus, Neoliberalismus oder Populismus) eine wichtige Rolle. In diesem Modul werden die sich verändernden gesellschaftlichen Naturverhältnisse auf drei Ebenen (je nach Grad der „Veränderung“ der Natur) betrachtet: von der unberührten Natur und dem Naturschutz, über die wirtschaftliche Ausbeutung der Natur bis hin zu den städtischen „naturlosen“ Räumen.

Inhalte und Methodik
Durch die Kombination von Vortragseinheiten und Kleingruppendiskussionen wird eine Vielfalt von Fällen analysiert und diskutiert. Kurze Texte und Videobeiträge dienen als Grundlage für die Diskussion und den Austausch.
Das Modul ist in drei Themenblöcke gegliedert:

  • Die „geschützte Natur“: in Lateinamerika gibt es zahlreiche Typen von Naturschutzgebieten. In diesem Themenblock werden einige Beispiele mit ihren Zielen aber auch kritischen Aspekten dargestellt.
  • Die „ausgebeutete Natur“: seit der Jahrtausendwende haben die Nutzung von Naturressourcen und die Agrarproduktion stark zugenommen. Anhand prägnanter Beispiele (vor allem aus dem Bergbau) werden die wichtigsten Merkmale der extraktiven Wirtschaft und die oft aus ihr resultierenden sozial-ökologischen Konflikte diskutiert.
  • Die „konstruierte Natur“: die Lebensräume von über 80 % der Bevölkerung in Lateinamerika sind urban geprägt. In diesem Themenblock werden klassische Umweltprobleme in den großen Städten sowie die sich aktuell verändernden Land-Stadt-Beziehungen untersucht.

Lernziele

  • Überblick über die wichtigsten Aspekte der Mensch-Umwelt-Beziehungen in Lateinamerika
  • Erkennen aktueller sozial-ökologischer Dynamiken in Lateinamerika und Einordnung dieser in einen globalen Rahmen
  • Erkennen, dass über die Analyse gesellschaftlicher Naturverhältnisse wichtige Einblicke in soziale, ökonomische und politische Prozesse gewonnen werden können

Gast am Kamin / Stadtführung / Exkursion
Exkursion in einen Gemeinschaftsgarten in Wien, wo ein Gespräch mit Dr. Severin Halder, Experte für städtische Landwirtschaft in Lateinamerika stattfindet.
Kamingespräch mit Dr. Robert Hafner. Geograph, Experte für Mensch-Umwelt-Beziehungen und Umweltgerechtigkeit in Südamerika.

Koordinator:
Dr. Fernando Ruiz Peyré. Studium der Geographie in Mendoza (Argentinien) und Tübingen (Deutschland), Promotion in Geographie in Innsbruck (2014). Seit 2011 ist er Universitätsassistent am Institut für Geographie der Universität Innsbruck. Forschungsgebiete: Ländlicher Raum, Ressourcen (Bergbau), Mensch-Umwelt-Beziehungen, Politische Ökologie, Nord-Süd-Beziehungen und Lateinamerikaforschung.

Rückschau

Samstag, 27.06.2020

In der Rückschau wird vermittelt, wie das gewonnene Wissen zu Lateinamerika auf individueller Ebene, in Gruppen, Organisationen oder Unternehmen verinnerlicht und transformiert werden soll. In einem musikalischen und kulinarischen Lateinamerika-Ambiente werden die Teilnehmenden verabschiedet.

facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/683191575468569/

Inhaltliche Leitung: Dr.in Josefina Echavarría Álvarez

Lehrgangskoordination: Ingrid Fankhauser, MA
 

Beitrag gesamter Lehrgang (4 Module):
€ 1.050,- | ermäßigt* € 850,-
Mit Frühbucher_innenbonus bis 17.11.2019: € 990,- | ermäßigt* € 819,-
Beitrag für einzelne Module:
à € 280,- | ermäßigt* € 220,-
*LAI-Mitglieder, Studierende bis zum vollendeten 26. Lebensjahr, Arbeitssuchende, Menschen mit Behinderung

Beratung:
Österreichisches Lateinamerika-Institut
Schlickgasse 1, 1090 Wien
Tel. +43 1 310 74 65 -16
E-Mail: ingrid.fankhauser@lai.at

https://lai.at/bildung/weiterbildungsreihe-actal

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