Guatemala nach den Wahlen: Perspektiven für das krisengeschüttelte Land

Podiumsgespräch und Buchpräsentation mit Christina Buczko, Carlos Morán und Ralf Leonhard (Moderation)

Guatemala ist als eines der größten zentralamerikanischen Länder, in dem die Hälfte der Einwohner_innen Indigene sind, immer noch geprägt durch die Folgen des 36 Jahre währenden Bürgerkriegs und ein Korruptionsnetzwerk, das alle Institutionen des Staates durchdringt.  In den vergangenen Jahren hat die von der UNO initiierte Internationale Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala  (CICIG) so viele Erfolge erzielt, dass es zu einem politischen Pakt fast aller Parteien gekommen war, um die Zusammenarbeit mit der CICIG zu beenden.

Welche Kräfte wollen das Land weiterhin den Händen der Oligarchen und Drogenpolitikern überlassen, und welche widersetzen sich diesem Plan?  Gibt es Chancen, aus einem „failed state“ demokratische Strukturen zu generieren, und den alles durchdringenden Rassismus gegen die Maya-Bevölkerung zu überwinden? Die Wahlen am 16. Juni lassen bereits erste Analysen über die Weichenstellungen und Perspektiven für Guatemala zu, bevor es dann am 11. August in die Stichwahl zur Präsidentschaft geht.

Das Österreichische Lateinamerika-Institut, die Guatemala Solidarität Österreich und Motz Maya laden Sie ein, gemeinsam mit einem indigenen Vertreter aus Guatemala und österreichischen Expert_innen die Wahlen und Weichenstellungen für dieses zentralamerikanische Landes zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch mit spanischer Konsekutivübersetzung (Barbara Kühhas) statt.

Teilnehmende:

Ralf Leonhard, LAI:
Ralf Leonhard ist freier Journalist für Radio und Print sowie taz-Korrespondent für Österreich und Ungarn. Der Jurist und Absolvent der Diplomatischen Akademie in Wien hat in den 1980er und 1990er Jahren mehr als 14 Jahre lang aus Lateinamerika (Schwerpunkt Zentralamerika) für deutsche und österreichische Medien berichtet. Leonhard ist Tutor für Nicaragua am Schulungszentrum der GIZ in Bonn sowie Autor von Studien und Projektevaluierungen in Lateinamerika und Afrika. Zuletzt hat er das Buch „Zentralamerika. Porträt einer Region“ veröffentlicht. Leonhard ist Obmann der Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) und seit 2017 Vorstandsmitglied des LAI.

Christina Buczko, Guatemala Solidarität Östereich:
Christina Buczko leitet die Akademie für Gemeinwohl, die Bildungseinrichtung der Genossenschaft für Gemeinwohl (www.gemeinwohlakademie.at). Die Soziologin und Politikwissenschaftlerin war von 2004 bis 2007 Projektkoordinatorin im Büro der Guatemala Solidarität in Guatemala, und ist seit ihrer Rückkehr Vorstandsmitglied des Vereins. Sie war mehrere Jahre beruflich in der Nachhaltigkeitsforschung tätig, und arbeitete unter anderem zu ressourcen- und industriepolitischen Themen in Lateinamerika.

Carlos Morán Ical ist traditioneller Ajq’ij der Poqomchí Maya, ein sogenannter Schamane. Er  ist zusätzlich westlich ausgebildeter Psychologe und seit 2015 alljährlich zu Gast in Österreich, wo er mit Seminaren, Ritualen und Einzelsitzungen den kulturell-spirituellen Brückenschlag zwischen den Welten vollführt und Interessierten die Möglichkeit gibt, am schamanischen und heilerischen Wissen der Maya teilzuhaben. In Guatemala ist er Direktor der Mayaorganisation Asindi Rex We (https://comunidadrexwe.wordpress.com/), die sich als Sprachrohr der indigenen “Ajq’omonel” oder Personen mit heilerischen Gaben versteht.

Die Übersetzerin:
Barbara Kühhas ist promovierte Anthropologin und Gender & Diversity Expertin mit langjähriger Berufs- und Auslandserfahrung, u. a. sieben Jahre in Mittelamerika. Sie arbeitet seit 25 Jahren weltweit  in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe und ist seit nunmehr fünf Jahren selbstständige Konsulentin (www.diversity-gender.com ). Ihre Freundschaft mit Carlos Morán Ical entstand 1995, als sie als Menschenrechtsbeobachterin für die UN in Guatemala tätig war. 2015 erfuhr dieser Kontakt eine wesentliche Vertiefung: Seit der Gründung des Vereins MOTZ’-Maya (www.motz-maya.org ) begleitet sie die jährlichen Besuche von Morán Ical in Österreich.