Begegnungen mit Lateinamerika: Zapatismus, Comunalidad und soziale Alternativen in Mexiko und Lateinamerika

Begegnungen mit Lateinamerika
Lateinamerika ist eine lebendige Region in konstanter Transformation, deren Vielfalt sich durch alle Lebensbereiche zieht. Starke Gegensätze wie Zerstörung und Nachhaltigkeit, Frieden und Gewalt, sowie Überfluss und Mangel kennzeichnen sie. Während viele Bewegungen darauf abzielen, diese Lücken zu schließen, verstärken andere die Tendenzen in Richtung weiterer Fragmentierung. In einer globalisierten Welt lassen sich die Zusammenhänge dieser aktuellen Dynamiken auch in lokalen Transformationsprozessen und im alltäglichen Leben finden.
Das Haus der Begegnung und das Österreichische Lateinamerika-Institut wollen mit dieser Veranstaltungsreihe das Verständnis und das Engagement für alternative Lebensformen fördern. Wichtige Daten und Fakten sowie aktuelle Themen werden aus einer Perspektive von Inklusion und Diversität erforscht und diskutiert. Das Ziel ist, das unglaubliche Potenzial Lateinamerikas zu zeigen. In Form von Impulsvorträgen mit konkreten Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis, werden den Teilnehmer_innen eine interdisziplinäre Sicht auf aktuelle Kernthemen angeboten und zu einer kritischen, empathischen und engagierten Partizipation eingeladen.

16. Juli „Zapatismus, Comunalidad (gemeinschaftliche Selbstverwaltung) und soziale Alternativen in Mexiko und Lateinamerika“
Skype-Konferenz mit Gustavo ESTEVA, Mexiko - Koordiniert von Matthias Gossner und der Chiapas Gruppe Tirol.

Der Aufstand der Maya Zapatisten (EZLN) am 1. Januar 1994 im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, am Tag des Inkrafttretens des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA, wurde international bekannt und ihr Ersatz der Waffen durch das „Wort“ zu einer der wichtigsten Inspirationsquellen für soziale Bewegungen in Mexiko, Lateinamerika und weltweit.

Im ersten Teil des Abends wird eine Einführung in den Zapatismus durch die Chiapas Gruppe Tirol angeboten. Der (Neo-)Zapatismus beginnt nicht erst 1994, sondern schon etwa eine Dekade früher, und hat seinen Namen vom mexikanischen Revolutionsführer Emiliano Zapata (1879-1919) geborgt. („Das Land soll jenen gehören, die es bearbeiten“).
Im zweiten Teil des Abends können wir uns einer ganz besonderen (skype-)Beteiligung erfreuen: Gustavo ESTEVA (geboren 1936), ist einer der bekanntesten Vertreter der Post-development Bewegung. Er beschreibt sich selbst als „deprofessionalisierter Intellektueller“ und publizierte mehrere Werke zur Kritik am sog. Entwicklungs-Paradigma, zu indigenen Rechten und zu Comunalidad. Er ist Gründungsmitglied der Universidad de la Tierra in Oaxaca, Mexiko und eine einflussreiche Referenz für Friedensund Entwicklungsstudien.

Gustavo wird in einer skype-Konferenz zu folgenden Punkten sprechen:

  • Die Welt, so wie wir sie kennen, neigt sich dem Ende zu. An einigen Beispielen wird er zeigen, was zerstört wurde oder im Prozess des Aussterbens begriffen ist.
  • Die neue Welt hat bereits begonnen, aber wir erkennen sie nicht, weil wir sie noch mit den Augen der alten Ära betrachten. Die neue Welt wird veranschaulicht durch:
    - Was bedeuten der Zapatismus 25 Jahre nach dem Aufstand und die aktuelle Perspektive?
    - Die (erneute) Wertschätzung von Comunalidad – eine zeitgenössische Kunst des Lebens aus der Sierra Norte von Oaxaca
    - Die Verbreitung von autonomen „Alternativen“ in Mexiko und Lateinamerika, die neue politische Horizonte definieren.

HINWEIS: Die skype Konferenz findet in spanischer Sprache mit Übersetzung statt!
IM ANSCHLUSS: VINO DE HONOR – Umtrunk und gemütlicher Ausklang!

Koordiniert von Matthias GOSSNER und der Chiapas Gruppe Tirol
Matthias ist Lehrer; MSc in Ländlicher Entwicklung an der Universidad Autónoma Metropolitana Mexiko Stadt; MA am UNESCO Chair for Peace Studies- Univ. Innsbruck. Organisation und Facilitation am Lehrgang für Ganzheitliche Konflikttransformation im Haus der Begegnung.

Die CHIAPAS GRUPPE Tirol widmet sich seit 2004 der Information über und Verbreitung der sozialen und indigenen zapatistischen Organisationsformen. Sie organisierte jährliche Vorbereitungsseminare für Menschenrechtsbeobachter für die Gemeinden von Chiapas, wie auch Informationsveranstaltungen zu brennenden mexikanischen Themen.

Informationen
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Beitrag: € 29,- pro Termin
(€ 120,- bei Buchung aller 5 Termine)
Zielgruppen: Die Reihe “Begegnungen mit Lateinamerika/Encuentros Latinos“ richtet sich an Studierende, Berufstätige und Lateinamerika-interessierte Menschen, die den Blick auf Lateinamerika schärfen wollen - im Zuge von Projekten und Initiativen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit oder einfach aus Wissenslust.
Sie heißt alle Personen willkommen, die ihren Horizont für den Lebensraum Lateinamerika erweitern und vertiefen möchten.
Veranstalter: Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck in Kooperation mit dem Österreichischen Lateinamerika-Institut (LAI), Wien.
Mit der freundlichen Unterstützung vom UNESCO Chair for Peace Studies und dem ZIAS - Zentrum für Interamerikanische Studien Universität Innsbruck.

Kontakt:
Pia Netzer
pia.netzer@dibk.at oder hdb.kurse@dibk.at
Tel. 0512/587869-42

Folder zur Veranstaltungsreihe: https://lai.at/sites/default/files/downloads/lateinamerika_a4.pdf