Begegnungen mit Lateinamerika: Semillas, Cultura y Resistencias | Saatgut, Kultur und Widerstand

Veranstaltungsreihe: Begegnungen mit Lateinamerika
Lateinamerika ist eine lebendige Region in konstanter Transformation, deren Vielfalt sich durch alle Lebensbereiche zieht. Starke Gegensätze wie Zerstörung und Nachhaltigkeit, Frieden und Gewalt, sowie Überfluss und Mangel kennzeichnen sie. Während viele Bewegungen darauf abzielen, diese Lücken zu schließen, verstärken andere die Tendenzen in Richtung weiterer Fragmentierung. In einer globalisierten Welt lassen sich die Zusammenhänge dieser aktuellen Dynamiken auch in lokalen Transformationsprozessen und im alltäglichen Leben finden.
Das Haus der Begegnung und das Österreichische Lateinamerika-Institut wollen mit dieser Veranstaltungsreihe das Verständnis und das Engagement für alternative Lebensformen fördern. Wichtige Daten und Fakten sowie aktuelle Themen werden aus einer Perspektive von Inklusion und Diversität erforscht und diskutiert. Das Ziel ist, das unglaubliche Potenzial Lateinamerikas zu zeigen. In Form von Impulsvorträgen mit konkreten Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis, werden den Teilnehmer_innen eine interdisziplinäre Sicht auf aktuelle Kernthemen angeboten und zu einer kritischen, empathischen und engagierten Partizipation eingeladen.

4. Juni „Semillas, Cultura y Resistencias“ | "Saatgut, Kultur und Widerstand"
mit Carolina OSORIO ROGELIS, Soziologin, Universidad Nacional von Kolumbien und Daniel SPERL, Klimabündnis Vorarlberg

Rund um den Herd entstehen jene familiären und gemeinschaftlichen Bindungen, die die Identität der Menschen definieren. Jede Gemeinschaft entwickelt zudem entsprechend ihrer geographischen Lage und der gegebenen Umweltbedingungen eine eigene Definition ihres Herkunftsgefühls. Diese basiert nicht zuletzt auf der Landwirtschaft als einer Tätigkeit, die nicht nur Ernährungssicherheit, sondern auch die Weitergabe vieler Traditionen garantiert. Hierbei spielt das Saatgut, als Quelle des Lebens, eine entscheidende Rolle für den Aufbau, die Bewahrung und die Weitergabe des angestammten Wissens.
Angesichts eines globalen Wirtschaftssystems, das eine Vereinheitlichung der weltweiten Produktion sowie die Marktkontrolle über das Saatgut und damit den Lebensmittelanbau fördert, wurden in Lateinamerika verschiedenste Mobilisierungsaktionen ausgelöst, die darauf abzielen, das kulturelle Erbe durch die Erhaltung, Verbesserung und die Weiterverbreitung von einheimischem Saatgut abzusichern.

  • Wie sieht die landwirtschaftliche Produktionslandschaft in Lateinamerika aus? (Familiäre Landwirtschaft vs. Agrobusiness)
  • Vielfalt vs. Homogenisierung von Saatgut und landwirtschaftlicher Produktion
  • Welche Widerstandsbewegungen um lokales Saatgut gibt es in Lateinamerika? Beispiele aus Mexiko - Guatemala - Kolumbien - Brasilien - Bolivien - Argentinien
  • Wie trägt die Stärkung traditioneller Produktionsweisen zu Bewahrung und Förderung territorialer Kultur bei? Beispiel: Kaffeekulturlandschaft - Kolumbien

IM ANSCHLUSS: Verkostung von kolumbianischem Kaffee und Almojábanas (kolumbianisches Maisbrot).
HINWEIS: Der Abend wird in spanischer und deutscher Sprache gehalten (bilingual).

Carolina OSORIO ROGELIS
Soziologin, Nationaluniversität von Kolumbien. Expertin für die Beurteilung sozialer Auswirkungen im Zuge von Umweltverträglichkeitsstudien. Von 2015 bis 2017 war sie politische Beraterin für ländliche Entwicklung in Kolumbien. Seit Oktober 2018 ist sie als Projektassistentin der solidarischen Partnerschaft Vorarlberg-Chocó im Verein Klimabündnis Vorarlberg tätig; sie hilft als Freiwillige im Dinnerclub Innsbruck aus.
Daniel SPERL
Absolvent der Fachhochschule für Bio- und Umwelttechnik in Wels. Seit 2015 Koordinator der solidarischen Partnerschaft Vorarlberg - Chocó im Verein Klimabündnis Vorarlberg.

Informationen
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Beitrag: € 29,- pro Termin
(€ 120,- bei Buchung aller 5 Termine)
Zielgruppen: Die Reihe “Begegnungen mit Lateinamerika/Encuentros Latinos“ richtet sich an Studierende, Berufstätige und Lateinamerika-interessierte Menschen, die den Blick auf Lateinamerika schärfen wollen - im Zuge von Projekten und Initiativen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit oder einfach aus Wissenslust.
Sie heißt alle Personen willkommen, die ihren Horizont für den Lebensraum Lateinamerika erweitern und vertiefen möchten.
Veranstalter: Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck in Kooperation mit dem Österreichischen Lateinamerika-Institut (LAI), Wien.
Mit der freundlichen Unterstützung vom UNESCO Chair for Peace Studies und dem ZIAS - Zentrum für Interamerikanische Studien Universität Innsbruck.

Kontakt:
Pia Netzer
pia.netzer@dibk.at oder hdb.kurse@dibk.at
Tel. 0512/587869-42

Weitere Termine:

Jeweils 18:00 – 21:00 Uhr im Haus der Begegnung

Folder zur Veranstaltungsreihe: https://lai.at/sites/default/files/downloads/lateinamerika_a4.pdf